March For Science 2019

Bannerbild übernommen von marchforscience.de.

Am 04. Mai findet in vielen Städten – national wie international – wieder der “March For Science” statt. Zufälligerweise dieses Jahr am Star Wars Day (“May the fourth be with you”) – aber mit Sicherheit keine Veranstaltung nur für Nerds.

In der aktuellen, “post-faktischen” Zeit scheint es, als verlieren Wissenschaft und Rationalität immer mehr an Bedeutung. “Klima-Skeptiker”, Impfgegner, Kreationisten, sogar Flacherdler (“Flat Earthers”) tummeln sich, vernetzen sich, tauschen sich aus, informieren sich in der Tuben-Uni (Youtube University). Das ist ein Problem!

Allerlei Schwurbler, Esoteriker, Pseudowissenschaftler, bedienen sich wissenschaftlich klingender Begriffe und Konzepte, die ihnen in der Allgemeinheit einen seriösen Anstrich verleihen sollen, hinter denen in den allermeisten Fällen nichts dahinter ist. Sehr schön analysiert (und zum Teil böse vorgeführt) wird dies z.B. im Blog “Relativer Quantenquark“, das ich allen Lesern empfehle!

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T-Shirt: Public Understanding Of Science

Wie soll der Konsument, die Konsumentin, erkennen können, bei welchen Angeboten es sich um unwissenschaftlichen oder parawissenschaftlichen Blödsin handelt und bei welchen Konzepten etwas dahintersteckt? Wie können wir zwischen “guter” und “schlechter” Wissenschaft unterscheiden lernen? Wenn jemand erklärt, Homöopathie wirke, weil die Ursubstanz Schwingungen (oder wahlweise irgendwas mit Quanten) enthalte, die durch die Potenzierung verstärkt würden, und die dann auf die Trägermaterie (in der Regel Zuckerkügelchen) übergehen — wie soll jemand, der medizinische Hilfe sucht und wissenschaftlicher bzw. medizinischer Laie ist, erkennen, dass all das Gesagte Unsinn ist? Wenn es doch so gut klingt?

Wir müssen uns dafür einsetzen, dass wieder Rationalität einzieht und müssen der Irrationalität und dem “Post-Faktischen” etwas entgegensetzen! Dafür müssen wir früh ansetzen. Schulen müssen die Grundlagen wissenschaftlicher Arbeit lehren. Es muss ein Grundverständnis für die wissenschaftliche Methode vermittelt werden. Es muss klarer erklärt werden, was eine wissenschaftliche Theorie ist. Wieso dieser Begriff in der Wissenschaft etwas anderes bedeutet als in der Umgangssprache. Wieso es GUT ist, dass sich Wissen und Wissenschaft weiterentwickeln und warum es nicht von Schwächen der Wissenschaft zeugt, wenn Theorien widerlegt werden – im Gegenteil! Der systematische Umgang mit wissenschaftlichen Theorien (oder Hypothesen), das allgemein akzeptierte Modell, Hypothesen nachzuprüfen, ggf. zu falsifizieren, oder sie weiterzuentwickeln, ist eine der Stärken der wissenschaftlichen Methode. Der Vorwurf “Ihr Wissenschaftler wisst ja auch nicht alles!” greift nicht. Genau! Wir wissen nicht alles. Es gibt noch viel zu entdecken. Aber wir wissen, wie das Wissen aufeinander aufbaut. Wie Konzepte weiterentwickelt wurden und werden. Wie Gedankengebäude auf Stabilität und Statik geprüft werden. Seit Jahrhunderten haben Wissenschaftler die Gedanken anderer Wissenschaftler überprüft und weiterentwickelt. Wie Newton schon sagte: “If I have seen further, it is by standing on the shoulders of giants.”

All das müssen wir erklären. Um Leuten, die Sachen sagen wie “Well — evolution is just a theory” den Wind aus den Segeln nehmen zu können. Und damit JEDE(R) lernt, unsinnige und unwissenschaftliche Aussagen als solche zu erkennen.

Und darum: March for Science. 4. Mai, in vielen Städten. Seid dabei!

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